Google führt eine neue Transparenzfunktion für Werbeanzeigen ein: Ab sofort wird sichtbar, ob eine Anzeige mit künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet wurde. Für Steuerkanzleien, die Google Ads zur Mandantengewinnung nutzen, ist das mehr als eine technische Randnotiz – es ist ein neuer fester Bestandteil der Kampagnenplanung, den man kennen sollte, bevor die eigenen Anzeigen betroffen sind.
Was ändert sich konkret?
Google hat eine neue Infotafel mit dem Titel „Wie diese Werbung erstellt wurde“ eingeführt. Nutzer erreichen sie über das Drei-Punkte-Menü oder das Info-Symbol einer Anzeige – und zwar in der Google Suche, auf YouTube und in Discover. Dort wird transparent gemacht, ob generative KI bei der Erstellung oder Bearbeitung der Anzeige im Spiel war. Werbetreibende können diese Kennzeichnung entweder direkt in ihre Creatives einbauen oder die neue KI-Kennzeichnungseinstellung nutzen, die schrittweise in Google Ads, Display & Video 360, Campaign Manager 360, Merchant Center und Ads Editor ausgerollt wird.
Warum das gerade jetzt wichtig wird
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Ab dem 2. August 2026 greift die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Bildinhalte nach dem EU AI Act vollständig. Wer als Kanzlei in der EU wirbt und KI-Tools für Bild- oder Video-Creatives einsetzt, kommt an dem Thema nicht mehr vorbei. Wichtig dabei: Die Nutzung von Googles KI-Kennzeichnungseinstellung allein garantiert noch keine rechtliche Konformität – eine individuelle Prüfung bleibt notwendig.
Chancen und Risiken für Kanzleien im Überblick
Was dafür spricht
- Mehr Vertrauen bei Mandanten durch offene Kommunikation
- Rechtssicherheit gegenüber EU AI Act und Werberecht
- Frühzeitige Anpassung verschafft Vorsprung vor Wettbewerbern
- Klarere Abgrenzung zwischen KI-Unterstützung und echter Fachkompetenz
Worauf Sie achten sollten
- Bestehende Creatives müssen geprüft und ggf. angepasst werden
- Automatische Kennzeichnung ersetzt keine rechtliche Beratung
- Regelungen unterscheiden sich je nach Markt (EU, USA, Indien)
- Unklare Kennzeichnung kann Vertrauen eher schwächen als stärken
Was Ihre Kanzlei jetzt konkret tun sollte
Statt abzuwarten, bis Vorschriften die Kennzeichnung erzwingen, lohnt es sich, das Thema aktiv anzugehen:
- Bestandsaufnahme: Welche Anzeigen-Creatives wurden mit KI erstellt oder bearbeitet?
- Kennzeichnung bewusst steuern, statt sie Google allein zu überlassen
- Rechtssicherheit insbesondere bei Bild- und Videoanzeigen prüfen lassen
- Transparenz aktiv als Vertrauenssignal in der Mandantenkommunikation nutzen
KI-Kennzeichnung ist kein Compliance-Detail mehr, sondern Teil einer glaubwürdigen digitalen Mandantengewinnung.
Fazit: Frühzeitig handeln statt reagieren
Die neue KI-Kennzeichnung von Google ist Teil eines größeren Trends: Transparenz bei KI-generierten Inhalten wird vom Nice-to-have zur regulatorischen Pflicht. Kanzleien, die ihre Google-Ads-Strategie jetzt daraufhin überprüfen, vermeiden nicht nur rechtliche Risiken, sondern positionieren sich auch als vertrauenswürdige, digital souveräne Marke gegenüber ihren Wunschmandanten.
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